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09.04.2008 - 03.05.2008

 

Nach den kontroversen Diskussionen um die Ausstellung der dänischen Künstlergruppe Surrend präsentiert der Kunstverein Tiergarten vier Tiergartener Projekte zu den Themen Integration und Islamophobie:

Bilderwelten - Weltbilder
Auseinandersetzungen mit Islamophobie


Allerorts finden heute diffuse Diskussionen über das Ende der Multikulturalität, Parallelgesellschaften und den gefährlichen Import fundamentalistischen Gedankenguts durch muslimische EinwandererInnen statt. Die Politik reagiert darauf umgehend mit u.a. verschärften Modalitäten zur Abschiebung, einem Kopftuchverbot und einer „Islamistendatei“. Angesichts dieser - selten wertneutral und reflektiert geführten - Debatte rund um das Thema Islam in Deutschland und der zunehmenden Diskriminierung von Muslimen schafft die Ausstellung "Bilderwelten - Weltbilder" einen Raum, um vorschnelle Urteile zu hinterfragen, die Diskussion auf einem sachlichen Niveau zu führen und individuelle Vorurteile in einem größeren Kontext zu betrachten.

Die Ausstellung, die seit dem Sommer 2005 bundesweit an vielen Orten zu sehen war, beschäftigt sich mit dem Thema Islamophobie und stellt dabei aber weniger Informationen oder Aufklärung über ‚den’ Islam bzw. ‚die’ Muslime in den Vordergrund, sondern möchte vielmehr einen Beitrag dazu leisten, Kategorien in den Köpfen aufzubrechen, eigene Denk- und Wahrnehmungsmuster zu hinterfragen und die Eingebundenheit dieser in gesellschaftliche Diskurse zu beleuchten. In den Blick genommen werden u.a. die Entstehung der Islamophobie, ihre historische Entwicklung sowie die soziale Vermittlung und Konstruktion eines bestimmten Islambildes durch die Medien. Darüber hinaus kommen VertreterInnen verschiedener Organisationen in Interviews zu Wort. Weitere Informationen unter www.niar.grenzen-los.eu.

Das Bild des Islams - Muslime in Deutschland
Wie sehen sich Muslime selbst und wie werden sie in Deutschland gesehen


Eine arabischsprachige Müttergruppe des Moabiter Treffpunkts Dünja erstellte in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Farida Heuck eine Installation über die Sicht auf Muslime, die mit ihrer eigenen Perspektive kontrastiert wird. Dabei sollten auf beiden Seiten positive und negative Eigenschaften gesammelt werden, die die jungen Mütter aus Zeitungen und Zeitschriften zusammenstellten, um heraus zu hören oder zu lesen, wie die deutsche Gesellschaft über Muslime denkt. Gemeinsam wurden Überschriften aus Zeitungen zum Thema Islam oder Integration herausgesucht und ausgeschnitten und die unterschiedlichen Aussagen und Bilder zusammen mit den eigenen Kommentaren zu Collagen verarbeitet. Bei dieser Arbeit, die von den Frauen mit großem Engagement durchgeführt wurde, wurden sowohl deutsche als auch arabische Medien benutzt unter besonderer Berücksichtigung der Frage, wie Musliminnen ihre Kinder erziehen und wie es von der deutschen Gesellschaft wahrgenommen wird.

Dünja ist ein interkultureller Treffpunkt in Moabit für Mädchen und junge Frauen insbesondere arabischer, türkischer und kurdischer Herkunft. Dünja will dazu beitragen, das Zusammenleben von Mädchen und jungen Frauen aus den verschiedenen Kulturen zu fördern und ihre Chancen in der Schule und der Arbeitswelt zu erhöhen.

Was ist Integration?
Ergebnisse eines Integrationsprojekts am Menzel-Gymnasium Berlin-Tiergarten


Schüler der siebten Klassen des Menzel-Gymnasiums in Tiergarten haben sich ausgehend vom Ethikunterricht mit dem Thema Integration beschäftigt. In Einzel- und Partnerarbeit sind sie der Frage nach der Bedeutung von Integration nachgegangen und präsentieren ihre Ergebnisse in Form von Interviews, Lexikonartikeln, Comics und Symbolik auf eigens angefertigten Plakaten. Konflikte, Begegnungen mit Weltanschauungen, die Weltreligionen sowie Riten und Bräuche werden thematisiert.

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement Moabit-West und dem Haus der Weisheit e.V. unter der Leitung der Lehrerinnen Frau Brendel, Frau Hirnich und Frau Steller.

Lesewelt Berlin e.V. - Wir lesen vor

Eine Serie von Fotos dokumentiert Veranstaltungen von Lesewelt Berlin e.V. Seit dem Jahr 2000 organisiert der Verein regelmäßig Vorlesestunden für Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren in ganz Berlin. Die Kinder kommen meist aus bildungsfernen Familien und Familien mit Migrationshintergrund. Derzeit lesen wöchentlich über 100 ehrenamtliche Vorleserinnen und Vorleser in 25 öffentlichen Einrichtungen wie Bibliotheken, Schulen oder Kindertagesstätten vor. Ziel ist es, die Freude am Lesen zu wecken, das Lesenlernen zu fördern und die Sprachkenntnisse zu verbessern. Bis heute haben die VorleserInnen mehr als 60.000 mal Berliner Kinder auf spannende Leseabenteuer mitnehmen können.

Durch Lesewelt-Vorlesestunden kommen große und kleine Menschen miteinander ins Gespräch, Menschen unterschiedlicher Kulturen lernen sich kennen und verstehen, wertvolle Sprach- und Lernprozesse werden angeregt. Lesewelt Berlin e.V. verbindet so auf einfachste Weise die gesellschaftspolitischen Themen Bildung, Integration und bürgerschaftliches Engagement. Weitere Informationen unter www.lesewelt-berlin.org.



Hinweis: Diese Ausstellung ist bereits beendet!





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