Another China

Das internationale Künstlerprojekt Lijiang Studio zu Gast in Berlin

16.05.2008 - 20.06.2008

Alfred Banze, Duskin Drum, Christine Falk, Saskia Janssen, Nguyen Quang Huy, Joybrata Sarker, Silvia Winkler, Stefan Koeperl, He Xiudong, Luo Yongjin, Mai Yongxi, Mu Yuming, Yang Zemin

 

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BerlinBeirut

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Kanya Ya Ma Kan, Beyrouth

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Le(s)banese

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Being Osama

www.anotherchina.de

Eröffnung: Freitag, 16.5., 19 Uhr

Die internationale Kunstwelt ist ohne China und aktuelle chinesische Kunst kaum noch denkbar. Immer mehr Galerien, Museen und KuratorInnen entdecken an der prosperierenden Ostküste neue spannende Aktionsfelder und Absatzmärkte. Doch der größte Teil dieses riesigen Landes ist uns in weiten Teilen hinsichtlich seiner verschiedenen Kulturen, seiner Traditionen und ethnischen Minderheiten noch weitgehend unbekannt.
Im Südwesten Chinas, im Grenzgebiet zu Tibet, Indien, Myanmar, Laos, Thailand und Vietnam hat sich mit der Kulturorganisation Lijiang Studio eine lebendige künstlerische Produktion etabliert, die sich jenseits der internationalen Trends mit kulturellen Traditionen auseinandersetzt und Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenbringt. Das Lijiang Studio lädt KünstlerInnen aus der ganzen Welt in die Provinz Yunnan ein, um dort zu leben und zu arbeiten. Aus dem produktiven Miteinander von internationaler Hoch- und regionaler Volkskultur entstehen immer wieder außergewöhnlich interessante Projekte, die die Menschen der unmittelbaren Umgebung in ihre Inhalte und Arbeitsprozesse einzubeziehen wissen.

Die von den beiden Berliner Künstlern Christine Falk und Alfred Banze initiierte und kuratierte Ausstellung im Kunstverein Tiergarten will in einem vielgestaltigen Programm aus Ausstellung, Workshops, Podiumsdiskussionen und Filmabenden diese besondere Arbeitsatmosphäre des Lijiang Studios dem Berliner Publikum näher bringen. Sie macht mit kulturellen Traditionen und neuen künstlerischen Aktionsräumen bekannt, die uns China aus einer ganz anderen Perspektive näher bringen.

Der Berliner Alfred Banze zeigt in seiner auf künstlerischen Workshops mit Kindern und Jugendlichen der Region Lijiang basierenden Videoinstallation „In the Heights“ einen persönlichen Blick auf die Kultur der chinesischen Hochgebirgsregionen und verbindet diese mit eigenen kulturvergleichenden Assoziationen und Kindheitserinnerungen.
Der US-Amerikaner Duskin Drum dokumentiert sein 2007 in Lijiang realisiertes Performancefestival, in dem er versuchte, kulturelle Bruchstücke der südwestchinesischen und der westlichen Kultur zusammenzuführen und eine Begegnung ganz unterschiedlicher Menschen und KünstlerInnen in ungewöhnlichen Situationen zu initiieren.
Die Berliner Malerin Christine Falk zeigt neue, von ihrem Arbeitsaufenthalt in China angeregte Malerei und die Ergebnisse eines Fotoworkshops, in dem Kinder verschiedener Dörfer in Yunnan eingeladen wurden, ihr Lebensumfeld mit einer Kamera in 12 ganz persönlichen Aufnahmen zu dokumentieren.

Nguyen Quang Huy aus Vietnam, in dessen Malerei Frauen seiner Umgebung immer eine große Rolle spielen, portraitierte eine Nachbarin des Künstlerhauses und gibt subtile Einblicke in deren spezifische Lebensrealität. Weiter zeigt er eine Videoarbeit, die die harte tägliche Arbeit der Frauen des Gemüsemarktes in Hanoi dokumentiert.
Die Holländerin Saskia Janssen untersucht mit ihrer Installation die Grenzlinie zwischen der traditionellen Altstadt und der modernen Neustadt in Lijiang und den damit einhergehenden Wertewandel der jeweiligen BewohnerInnen.
Joybrata Sarker, Fotograf aus Bangladesh, legt seine Dokumentation des Dorflebens als eine anthropologische Aufzeichnung an, die besonders die Schönheit und Lebensqualität des ländlichen Lebens hervorhebt.
Die Stuttgarter Künstler Sylvia Winkler und Stephan Köperl präsentieren eine ihrer Interventionen im öffentlichen Raum der Stadt Lijiang, die als politische Metapher zu verstehen ist. Unter anderem haben sie ein Schwein vom Dorf in die Stadt gebracht und machen die Menschen auf dessen schlechte Lebensbedingungen aufmerksam.
He Xiudong entstammt einer Schamanenfamilie aus der Umgebung von Lijiang. Er schöpft aus dem generationenalten Wissen seiner Naxi-Vorfahren. Dieses reicht vom Erstellen ritueller Plastiken, der Beherrschung der Bildsprache seines Volkes und der Kenntnis der Naxi-Mythen bis hin zu spirituellen Handlungen, schamanistischem und medizinischem Wissen.

Begleitende Veranstaltungen:

Freitag, 16. Mai, 19 Uhr, Eröffnung
„Can Ecotourism Save the World?”, Performance von Duskin Drum; „Traditional Naxi Music“ von Yang Zemin; „Lijiang Studio behind the hills?“, Vortrag von Jay Brown, Leiter Lijiang Studio, Lijiang.

Donnerstag, 22. Mai, 20 Uhr
Dongba Ritual von He Xiudong; „Artist Going West“, Vortrag von Mu Yuming; „Die plötzliche Freiheit der Kunststudenten in Yunnan“, Vortrag von Jay Brown; „In the Heights”, Performance von Alfred Banze.

Donnerstag, 29. Mai, 17 Uhr
Abschlusspräsentation der Workshops mit Kindern, Jugendlichen und Studenten aus Berlin: Graffiti – Sub­kulturelles Schreiben. Fotografie als Seismograph. Interventionen im öffentlichen Raum. Performance – Intermedia. Western Band plays Naxi Music.

Donnerstag, 05. Juni, 19.30 Uhr
„Another China versus East Coast Art“, Experten­gespräch mit Jay Brown (Leiter Lijiang Studio, Lijiang), Veronica Radulovic (Künstlerin, Berlin), Alexander Ochs (Galerist, Berlin und Beijing) und Andreas Schmid (Künstler, Berlin).

Donnerstag, 12. und 19. Juni, 20 Uhr
Filmabend: Dokumentationen, Experimentalfilme (Programm auf tel. Anfrage).
19.-30. Mai

Gesundheits- und Lebensberatung durch den Schamanen He Xiudong (in Englisch) auf tel. Anfrage unter 0163-9670683.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Das Projekt Another China wird ermöglicht durch die Stiftung Kunstfonds Bonn (www.kunstfonds.de),
mit freundlicher Unterstützung von Apartments am Brandenburger Tor (www.apartments-mitte.de), Alexander Ochs Galleries (www.alexanderochs-galleries.de) und Institut für Auslandsbeziehungen (www.ifa.de).










Hinweis: Diese Ausstellung ist bereits beendet!





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