Kunstportale

Schloß Balmoral in der Galerie Nord

01.08.2007 - 01.09.2007

Sonja Alhäuser, Natalie Bewernitz / Marek Goldowski, Götz Diergarten, Stefan Ettlinger, Misha Le Jen, Martine Locatelli, Ingeborg Lockemann, Cornelia Rößler, Christiane Schlosser, Nicola Schudy, Anja Teske, Barbara Thaden, Myrtia Wefelmeier, Renate Wolff

 

Bild zur Ausstellung

Sonja Alhäuser

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Götz Diergarten

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Stefan Ettlinger

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Myrtia Wefelmeier

Eröffnung: Mittwoch, 1.8., 19.30 Uhr
Begrüßung:
Dagmar Hänisch, Bezirksstadträtin für Bildung und Kultur, Berlin-Mitte
Eröffnungsansprache:
Staatsminister Dr. Karl Heinz Bamberger, Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur
Einführung:
Dr. Danièle Perrier, Geschäftsführende künstlerische Leiterin des Künstlerhauses Schloß Balmoral

Vom 1. August bis 1. September 2007 sind in der Galerie Nord Arbeiten von vierzehn Künstlerinnen und Künstlern des Künstlerhauses Schloß Balmoral in Bad Ems (Rheinland-Pfalz) zu sehen. Die Ausstellung präsentiert den vielseitigen StipendiatInnenjahrgang 2006/2007, der vom Künstlerhaus durch die Vergabe von Anwesenheits-, Projekt- oder Auslandsstipendien gefördert wurde.
Die ausgestellten Arbeiten, die während des Stipendiums unter dem Eindruck der unterschiedlichen Aufenthaltsorte der Künstler entstanden sind, verdeutlichen die Vielzahl der künstlerischen Positionen. Während Götz Diergarten in den Metrostationen Londons Bildmotive entdeckte, die an Farbfeldmalerei erinnern, war es in New York das Geräusch der Underground, welche die Medienkünstler Bewernitz/Goldowski faszinierte und zu einer Klanginstallation inspirierte.
Die Performance-Künstlerin und Zeichnerin Sonja Alhäuser nutzte ihr Projektstipendium, um Büffets ohne Anlässe zu gestalten. Das letzte „Emsrausch“ im Künstlerhaus hätte durchaus neben barocken Festen bestehen können. Lockemann, Wolff und Locatelli ließen sich vom Umfeld inspirieren: Ingeborg Lockemann verfolgte die Spur von deutschen Altbussen in Accra. Im Video kommt es zu einer kontrastreichen Überlagerung zwischen der deutschen und der afrikanischen Geschichte des Busses. Die raumgreifend malende Renate Wolff hat in Bad Ems einen fotografischen Exkurs gewagt und das Leben der Kurstadt in den Schaufenstern fotografiert. Durch die Verquickung von Innen und Außen entsteht ein Verwirrspiel zwischen den verschiedenen Raumebenen. Martine Locatelli war von den Sonnenuntergängen fasziniert und hat 100 Fotografien zu einem romantischen Himmelsbild montiert, das von malerischen Gesichtspunkten bestimmt wird.
Landschaft ist auch das Thema von Nicola Schudy und Stefan Ettlinger. Nicola Schudys Aquarelle zeigen Landschaftsausschnitte, bei denen der Eingriff des Menschen immer sichtbare, die Naturidylle zerstörende Spuren hinterlässt. Stefan Ettlingers Gemälde sind zusammengesetzte Landschaftspanoramen, die aus Videostills der Massenmedien sowie selbst geschossenen Fotografien seiner Umgebung bestehen. Durch die Montage und gegenseitige Überblendung entstehen surrealistische, kaum greifbare Szenerien.
Einen surrealistischen Anspruch erheben auch die Werke der Pariser Künstlerin Barbara Thaden (Gast von Balmoral). Sie vernäht Kleidungsstücke zu Kunstobjekten, die als Dress-Art sich ihrer ursprünglichen Funktion versperren und in einem anderen Kontext einen neuen ästhetischen Status gewinnen.
Eine Reihe von Arbeiten aus den unterschiedlichsten Disziplinen befasst sich mit dem menschlichen Körper, Die Textur, mit der sich Cornelia Rößler in ihren Leuchtkästen auseinandersetzt, ist die menschliche Haut, deren Struktur, Fühlbarkeit und Veränderbarkeit. Heiterer wirken die Fotografien von Anja Teske: intime Bilder eines befreundeten Transsexuellen „Juwelia“, den sie aus der Nähe, aber mit respektvoller Distanz beobachtet. Die Serie stellt die Komplexität seines Wesens dar und weist auf die Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität. Myrtia Wefelmeier malt Kinder nach historischen Fotografien, die sie in kulissenartige Architekturen und Waldlandschaften stellt. Dabei oszilliert die Atmosphäre ständig zwischen Vertrautheit und Befremdung, der Bildraum avanciert zum Ort des Unheimlichen.
Beim Kunstpreisträger des Fördervereins Balmoral 03 e.V., dem Aktionskünstler Misha Le Jen, ist der Körper Instrument seiner Aktionen, die vorzugsweise mit dem Element Wasser spielen. In Bad Ems realisierte er die Arbeit „Becken“, eine Anspielung auf den Mutterleib.
Die abstrakten Bilder von Christiane Schlosser zeichnen sich durch Leichtigkeit und Rhythmus aus. Oft zu Installationen zusammen gestellt, ist es ein Werk, das sich im Fluss der Zeit einschreibt, ein Ornament, welches den eigenen Rhythmus aufgreift. So entstehen sensible, diskursive Texturen und Farbkommentare.

Dr. Danièle Perrier, Kuratorin

Hinweis: Die Ausschreibung der Stipendien für 2008 ist unter www.balmoral.de einzusehen. Der Bewerbungsschluss ist der 27. Juli 2007.


Hinweis: Diese Ausstellung ist bereits beendet!


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