territories. les lacets sont défaits

20.09.2006 - 21.10.2006

Katinka Bock, Erik Göngrich, Raphaël Grisey, María del Pilar, Damir Radovic, Delphine Rigaud, Clemens von Wedemeyer

 

Bild zur Ausstellung

Katinka Bock

Bild zur Ausstellung

Erik Göngrich

Bild zur Ausstellung

Raphaël Grisey

Bild zur Ausstellung

María del Pilar

Bild zur Ausstellung

Damir Radovic

Bild zur Ausstellung

Delphine Rigaud

Bild zur Ausstellung

Clemens von Wedemeyer

Mit "territories. les lacets sont défaits" präsentiert der Kunstverein Tiergarten in Form einer Ausstellung und eines Filmprogramms unterschiedliche künstlerische Arbeiten über Projektions- und Wahrnehmungszusammenhänge des Phänomens 'Stadt', die nach einer Idee des französischen Filmtheoretikers Jean-Pierre Rehm realisiert wurden. Der urbane Raum wird hierbei weniger explizit als politisches Handlungsfeld denn als kollektiver und individueller Erfahrungsraum thematisiert. Im Zentrum des Interesses stehen Fragestellungen nach den von Metropolen erzeugten Bildern und der Suche nach Möglichkeiten der künstlerischen Bildproduktion, denen individuelle Annäherungen an den facettenreichen Mythos 'Stadt' und dessen Dynamik zugrunde liegen.

Innerhalb der Ausstellung versuchen María del Pilar, Damir Radovic und Delphine Rigaud über einen eher poetisch-assoziativen Ansatz, eine subjektive Perspektive auf die Mythen- und Bildproduktion von Städten zu finden, um sich über die vorhandenen bildlichen Dispositive hinaus an Phänomene des Realen anzunähern, ohne die kritischen Urbanismusdiskurse der vergangenen 10 Jahre außer Acht zu lassen. Mit einem deutlich analytischeren Blick untersuchen hingegen Erik Göngrich, Raphaël Grisey und Clemens von Wedemeyer die Ikonographie des Systems 'Stadt', wie sie sich beispielsweise über ökonomische Notwendigkeiten konstituiert oder als Vielzahl von Spuren einer historischen Entwicklung im Stadtraum ablesen läßt. Zwischen diesen beiden Positionen stehend arbeitet Katinka Bock daran, über skulpturale Setzungen Funktionen des öffentlichen Raums zu untersuchen, aber auch neu zu konnotieren. Ihre quasi-architektonischen Modelle versteht sie zuerst einmal als für Ausstellungsräume konzipierte, symbolische Interventionen, deren potentielle Realisierung im öffentlichen Raum immer schon mitgedacht ist und auf vielfältige Weise die Grenzen zwischen Innen und Außen verschiebt.


Einen zweiten Schwerpunkt von "territories. les lacets sont défaits" bilden Filme, die die genannten Themen aufgreifen. 2 Sets von 3 bzw. 6 Kurzfilmen, die zwischen 1998 und 2006 entstanden sind, werden alternierend jeweils donnerstags um 20 Uhr im Kinokeller der Galerie Nord gezeigt:

Set 1: 28.9. und 12.10.
Santiago Reyes: "Les Vidéos des Villes", seit 1998
Elise Florenty/ Marcel Türkowsky: "Berlin’s Last Tape", 2005
Grégory Bétend: "Checkpoint Charlie", 2005
Fabrice Lauterjung: "Istanbul, le 15 novembre 2003", 2004
Shingo Yoshida: "comfort place/ rue de Belleville", 2006
Tara Herbst/ Nikolas Siepen: "Moi je suis au mois de mai", 2001

Set 2: 5.10. und 19.10.
Basak Kaptan: "once upon a time", 2005
Nicolas Boone: "Portail", 2005
Fabrice Reymond: "Nescafer", 2002


Die Ausstellung wurde realisiert nach einer Idee von Jean-Pierre Rehm, unter Beteiligung der Ecole nationale des beaux arts de Lyon. Mit Dank an Yves Robert, Direktor der Ecole nationale des beaux arts de Lyon, und Ulrike Kremeier, Direktorin des Centre d'art Passerelle, Brest.

Zur Person: Jean-Pierre Rehm ist künstlerischer Leiter des renommierten 'Festival International du Film Documentaire' in Marseille und gilt als wichtigster Filmtheoretiker Frankreichs. Der Mitherausgeber der 'Cahiers du Cinéma' und Leiter des post-gradualen Kunststudiengangs an der École Nationale des Beaux Arts de Lyon beschäftigt sich schon seit Jahren mit sowohl Spiel- als auch Dokumentarfilmen an der Schnittstelle zur Kunst, wobei ihm aber weniger an einer Ästhetisierung als an politischer Analyse gelegen ist.


Hinweis: Diese Ausstellung ist bereits beendet!





nach oben