reisen bildert

23.06.2006 - 29.07.2006

Frank-Rüdiger Berger, Susanne Czichowski, Sylvia Forsten, Ursula Kelm, Angela Kröll, Barbara Oehler, Dieter Oel, Lena Politowski, Andreas Raser, Karin Weiss, Christina White

 

Bild zur Ausstellung

Ursula Kelm

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Barbara Oehler

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Sylvia Forsten

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Lena Politowski

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Angela Kröll

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Frank-Rüdiger Berger

Reisen beginnt mit Bildern: mit Erinnerungen, Projektionen und Sehnsüchten. Zwei Berliner Fotogruppen unter der Leitung der bekannten Fotografin Ursula Kelm haben sich im Lauf der zurückliegenden Monate auf unterschiedlichste Reisen begeben und im Rahmen ihrer Projekte Fotografien, Videos, Slideshows und Daumenkinos zum Thema Reisebilder erarbeitet. Dabei haben sie Reisen nicht nur als eine bloße Abfolge von äußeren Stationen oder Situationen begriffen, sondern als einen offenen Vorgang - eine zeitlich begrenzte Lebenseinstellung. Im Spannungsfeld zwischen dem Reisen in der Fremde und dem Unterwegssein in der eigenen Stadt sind ebenso eindrucksvolle wie intime Geschichten und Serien entstanden, in denen es nicht nur um die Auseinandersetzung zwischen der eigenen Persönlichkeit und dem Anderen bzw. Fremden geht, sondern in denen auch jene oft beiläufigen und alltäglichen Aspekte des Reisens ihren Raum finden.

Die Gruppe '97 hat sich dem Reisen unter dem Motto "Der Weg ist das Ziel" gewidmet. Und - obwohl ein häufig zu hörender Allgemeinplatz - formuliert es bereits eine entscheidende Qualität des Reisens: nämlich nicht das touristische Konsumieren von Sehenswürdigkeiten und Zielen, sondern den subjektiven Wahrnehmungszustand, das Reisen als innere Befindlichkeit. Die Reisenden selbst sind es, die für sich definieren "jetzt bin ich auf reisen", sie lassen sich ein auf diese Einstellungen, Erwartungen und Veränderungen. Von außen ist oft nicht zu erkennen, ob jemand "reist" oder (nur) unterwegs ist. Reisen kann also schon vor der Ortsveränderung beginnen, bevor die Wohnungstür ins Schloß fällt, und es endet nicht zwangsläufig mit der Rückkehr in die eigenen vier Wände.
Wer reist, kann viel erzählen und doch ist jeder Reisebericht, jede Erzählung, jedes Fotoalbum nur ein gefilterter Ausschnitt bzw. eine Akzentuierung dessen, was während des Reisens an Bildern auf uns einstürmt. Gerade um diesen eigenen, rein subjektiven Blick auf das Fremde, aber auch die alltäglichen Aspekte geht es in den ausgestellten Arbeiten der Gruppe.

Die zweite Gruppe arbeitet seit 2000 zusammen und unternimmt jedes Jahr eine gemeinsame Reise mit dem Ziel, eine fotografische Arbeit zu entwickeln. Vorgegeben sind jeweils das Thema und bisweilen die Techniken, in denen gearbeitet werden soll. Für die aktuelle Ausstellung haben sich die Fotografinnen und Fotografen der "Reisegruppe" aber nicht auf Reisen begeben, sondern waren stattdessen mit den Touristen-Buslinien 100 und 200 zwischen Bahnhof Zoo, Alexanderplatz und Michelangelostraße unterwegs in Berlin. Statt sich auf Sightseeing-Tour zu den Sehenswürdigkeiten und Attraktionen zu begeben, haben sie ihre Aufmerksamkeit den Tausenden von Berlin-Besuchern, ihren Sichtweisen und Empfindungen gewidmet. Sie haben sie an den Haltestellen, beim Ein- und Aussteigen und beim Fotografieren beobachtet, ihren Gedanken nachgespürt und versucht herauszufinden, was sich in der Wahrnehmung herauskristallisiert und in den Bildern wiederfindet. So entstehen nicht nur Verknüpfungen zwischen den unterschiedlichen fotografischen Blicken, sondern vollkommen neue Bildformationen, die Fragen nach der Bedeutung dessen formulieren, ob man zu Hause oder anderswo unterwegs ist.

Parallel zur Ausstellung sind jeweils donnerstags Filme zum Thema "Reisen" im Kinokeller des Kunstvereins zu sehen.
Beginn ist am 6. Juli, um 20.00 Uhr, mit einem Film des Berliner Künstlers und Filmemachers Gert Bendel:
"Zuhause reisen"
D 2005
90 min, OF mit engl. Untertiteln.

Über die weiteren Filme des Programms geben wir gern telefonisch oder in der Galerie Auskunft.


Hinweis: Diese Ausstellung ist bereits beendet!


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