continuous abstraction

23.01.2015 - 28.02.2015

David Evison, Jan Klopfleisch, Benedikt Leonhardt, Verena Schirz-Jahn, Günter Walter

 

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David Evison

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Jan Klopfleisch

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Benedikt Leonhardt

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Verena Schirz-Jahn

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Günter Walter

Eröffnung: Freitag, 23. Januar, 19 Uhr

Die Ausstellung „continuous abstraction“ versammelt drei Generationen von ungegenständlich arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern, die sich in Malerei, Zeichnung, Objekt und Skulptur mit den großen Traditionslinien der Bildenden Kunst der Moderne auseinandersetzen. Ihre Arbeiten entwickeln ausgesprochen zeitgenössische Zugänge zu Konstruktivismus, Konkreter Kunst, Informel und Minimal Art und unterziehen diese vor dem Hintergrund der extremen Erweiterung künstlerischer Medien und Artikulationsformen in der Gegenwart einer ebenso kritischen wie produktiven Bestandsaufnahme.

Entscheidend für diese punktuelle Revision der abstrakten Kunst sind das Ausloten von rezeptiven Grenzen und die Erweiterung medialer Handlungsspielräume im Rahmen der Möglichkeiten von Zeichnung, Malerei und Skulptur. Die fünf Künstlerinnen und Künstler verbindet ihre gleichermaßen analytische wie um äußerste Präzision bemühte Rezeption abstrakter Entwicklungslinien des 20. Jahrhunderts und die gleichzeitige Überwindung enger normativer Abgrenzungen zu Freiheit und kalkuliertem Spiel.

Der Bildhauer David Evison versammelt in seiner 8-teiligen Serie von großformatigen Stahlplastiken die Grundformen des Konstruktivismus zu einem veritablen Diskurs über die Gestaltungsprinzipien von Skulptur, über Dynamik, Geste, Richtung und Öffnung. Der aufgebrochene Kreis bildet dabei ein fragiles tektonisches Koordinatensystem, innerhalb dessen sich die konstruktiven Formen zueinander in spannungsvolle Beziehungen setzen und weniger von rigidem Kalkül als vielmehr spielerischer Freiheit charakterisiert sind.

Jan Klopfleisch ist neben strengen Papierarbeiten mit seinen räumlichen Konstruktionen der „Triangles“ vertreten. In ihnen erweitert er die Arbeit mit dem rektangulären System des Konstruktivismus von der zweidimensionalen Fläche der Malerei objekthaft in die Dreidimensionalität des Raums. Seine aus Metall entwickelten Arbeiten nutzen das Moment der Faltung, um strukturelle Ordnungsprinzipien der Fläche räumlich aufzufächern.

Benedikt Leonhardt entwickelt seine feinnervige Malerei aus einer letzten Reminiszenz an das Gegenständliche, an Räume, Dinge und Formen, die in einem analytischen Prozess der malerischen Annäherung durch die Verbindung von konstruktiver Systematik und Farbfeldmalerei aufgelöst werden. Schichten von Farbe und collagierten Materialien lassen die Leinwand wie eine abstrahierende Membran erscheinen, die lediglich begrenzten Einblick gibt.

Verena Schirz-Jahns Malerei arbeitet wesentlich mit Linie, Richtung und System. In zahlreichen ihrer Arbeiten generiert eine dezente und fluide Farbigkeit aus den statischen Grundkoordinaten ein bewegtes und durch Störungen aufgebrochenes Bildfeld, das ausgesprochen zeitgenössische Referenzen an Minimal und Op-Art darstellt.

Die filigranen Farbstiftzeichnungen von Günter Walter bewegen sich im Feld der Konkreten Kunst und gewinnen diesem in der analytischen Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Linie ein Höchstmaß an gestalterischer Vielfalt ab. Mit den Mitteln der Farbwahl, der zeichnerischen Akzentuierung und einer systematisierenden Linienführung, die sich zwischen den Polen Solitär, Überkreuzung und Parallele konstituiert, entwickelt der Künstler gleichermaßen streng kalkulierte wie ästhetisch oszillierende Bildräume.

Wesentlich für alle in der Ausstellung versammelten Arbeiten sind zeitgenössische Adaption und Fortschreibung von Traditionslinien im komplexen künstlerischen Aktionsradius der Gegenwart.


Hinweis: Diese Ausstellung ist bereits beendet!





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