Sogar der Tod hat Angst vor Auschwitz

Ceija Stojka (1933 – 2013): Der grafische Zyklus

20.06.2014 - 26.07.2014

 

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o.T.

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Der neue Todeshaufen in Bergen Belsen

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Ab ins KZ

Die 1933 in der Steiermark/Österreich geborene und im Januar 2013 in Wien gestorbene Romni Ceija Stojka hat mit ihren Bildern ein eindrucksvolles künstlerisches Narrativ über die Verfolgung und den Genozid an den Roma und Sinti im Nationalsozialismus geschaffen. Ceija Stojka, Angehörige der Lovara (von ungarisch Lo = Pferd, Pferdehändler), einer zu den Roma gehörigen und in Österreich ansässigen Gruppe, wurde als Zehnjährige mit einem großen Teil ihrer Familie nach Auschwitz deportiert, ihr Vater war bereits zuvor in der „Euthanasie“-Anstalt Hartheim vergast worden. Ceija Stojka hat nicht nur das Vernichtungslager Auschwitz sondern auch die Konzentrationslager Ravensbrück und Bergen Belsen überlebt, wo sie am 15. April 1945 von der Britischen Armee befreit wurde. Zusammen mit ihrem Bruder Karl Stojka war sie die Erste, die in den 1980er-Jahren in Österreich das Schweigen der Opfer durchbrach und fortan offen als Romni in der Öffentlichkeit auftrat, über ihr Schicksal in Veranstaltungen berichtete und es literarisch verarbeitete. Ende der 1980er-Jahre hatte sie autodidaktisch mit dem Zeichnen und Malen begonnen.
Der schätzungsweise 250 Blätter umfassende und über mehrere Jahre entstandene Zyklus von Tuschezeichnungen und Gouachen „Sogar der Tod hat Angst vor Auschwitz“ wird in der von Lith Bahlmann und Matthias Reichelt für den Kunstverein Tiergarten / Galerie Nord konzipierten Ausstellung so vollständig wie möglich gezeigt und in einem Buch veröffentlicht. Parallel dazu wird in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Steglitz eine Auswahl an Acrylgemälden von Ceija Stojka in der Schwartzschen Villa zu sehen sein. Sie zeigen einen weiteren Teil von Ceija Stojkas Werk, der im Kontrast zu den überwiegend auf Schwarz und Weiß reduzierten Tuschezeichnungen und Gouachen das frühere Leben der Roma, die Verfolgung und den Terror in bunten Farben schildert.
Im Rahmen der Ausstellungen finden Filmabende sowie eine Busfahrt unter Leitung von Barbara Danckwortt in die Mahn- und Gedenkstätte des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück statt. Die Gedenkstätte präsentiert dort parallel zu den beiden Berliner Ausstellungen die in ihrer Sammlung befindlichen Werke Ceija Stojkas in einer Sonderausstellung (12.7.–12.9.2014).

Beide Berliner Ausstellungen und die Publikation entstehen dank großzügiger Förderung des Hauptstadtkulturfonds, des Bundeskanzleramts: Österreich, sowie der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur.



Hinweis: Diese Ausstellung ist bereits beendet!





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