Die Suche nach der Sicht ergänzt den Blick

08.12.2012 - 19.01.2013

Simone Lanzenstiel, Heidi Sill, Susanne Starke

 

Bild zur Ausstellung

Heidi Sill

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Susanne Starke

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Eröffnung: Samstag, 8. Dezember, 19 Uhr
mit einer Performance von Heidi Sill mit Tanja Arthur, Shannon Conney und Anna Posch


Mit der Ausstellung „Die Suche nach der Sicht ergänzt den Blick“ stellt der Kunstverein Tiergarten drei aktuelle künstlerische Positionen vor, die in einen unmittelbaren Dialog mit der räumlichen Situation der Galerie Nord treten.
Simone Lanzenstiel, Heidi Sill und Susanne Starke begreifen die insgesamt 60 Meter langen und durch große Fenster sich zum Straßenraum hin öffnenden Galerieräume als eine Bühnensituation.
Für diese Bühne sieht ihre Ausstellungskonzeption einen offenen Handlungsrahmen vor. Das heißt, aus unterschiedlichen künstlerischen Formaten entwickeln sie eine Geschichte ohne Anfang und ohne Ende, die sich – den Kapiteln eines Buches vergleichbar – in verschiedene Stationen und Schauplätze gliedert. Der Einstieg in dieses ebenso lineare wie situative Konzept ist an vielen Stellen möglich und schafft von jedem Standpunkt aus immer wieder neue Verknüpfungspunkte zwischen den künstlerischen Beiträgen. Die Besucherinnen und Besucher können so verschiedene Handlungsstränge durchlaufen und gleichzeitig einzelne Momente und Sichtweisen miteinander in Beziehung setzen. Zugleich aber werden sie selbst zum integralen Bestandteil einer szenischen Handlung, denn das räumliche Abschreiten der einzelnen Stationen macht sie von außen aus betrachtet so ebenfalls zu Akteuren auf einer Bühne.

In der Ausstellung werden raumbezogene Wandmalerei, Zeichnung, Collage und Skulptur immer wieder neu zueinander in Beziehung gesetzt und durch performative Elemente ergänzt. Einzelne Momente greifen szenisch ineinander und bilden auf diese Weise einen offenen Raum für die jeweils anderen:
Die Wandmalerei von Simone Lanzenstiel zieht sich über die gesamte rückwärtige Wand. Farbige Spuren und Markierungen verdichten sich zu verschiedensten Formationen und lassen an verwitterte Wände und raue städtische Räume denken. Die Malerei erweitert sich so zu einem dreidimensionalen Bildraum, einem Display.
Vor dieser gemalten Kulisse tauchen Linienzeichnungen und Collagen von Heidi Sill auf. Es sind fragmentierte Darstellungen von Körpern, die gängige Vorstellungen von Schönheit zerstören. Sie wiederum korrespondieren mit den skulpturalen Arbeiten von Susanne Starke, grotesken Zwitterwesen, die in Bewegungslosigkeit erstarren und die Ausstellungsräume bevölkern.
In einer Performance widmet sich Heidi Sill darüber hinaus einem absurd erscheinenden Ritual: sie lässt während der Ausstellungseröffnung drei Frauen sich permanent die Fingernägel rot lackieren, sich den Lack anschließend mit den eigenen Nägeln wieder abkratzen und anschließend die Nägel sogleich wieder neu lackieren.
Eine Brunnenskulptur von Susanne Starke pumpt ununterbrochen Wasser nach oben, um es gleich wieder verschwinden zu lassen und erzeugt so ein sich durch den Raum ziehendes monotones Plätschern.
Gezielt lassen die drei Künstlerinnen auf diese Weise Disparates szenisch zusammentreffen, kombinieren Ähnliches mit Gegensätzlichem, suchen Verbindendes und Unverträgliches. Skulpturen aus der Welt von Mythologie und Märchen treffen auf Collagen aus Fashionmagazinen, Malerei trifft auf eine stetig rote Spuren hinterlassende Performance, unruhige schwarze Lineamente treffen auf farbige Lattenwälder. Überall stehen konkret erzählerische Situationen abstrakten Momenten scheinbar beziehungslos gegenüber. Die Ausstellung von Simone Lanzenstiel, Heidi Sill und Susanne Starke zielt mit diesem vielschichtigen Konzept auf eine umfassende Gesamtinszenierung, die seltsam bizarre Zusammenhänge schafft und daraus neue Denkräume eröffnet.

www.artnet.com/artists/simone-lanzenstiel
www.heidisill.de
www.susannestarke.de


Hinweis: Diese Ausstellung ist bereits beendet!





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