Processing:Moabit

03.05.2019 - 01.06.2019

Robin Detje, Elisa Duca

 

Bild zur Ausstellung

Foto: Anders Bigum

Bild zur Ausstellung

Foto: Maja Wirkus

Bild zur Ausstellung

Foto: Maja Wirkus

Eröffnung: Freitag, 3. Mai, 19 Uhr
mit performativer Intervention

Die Installation „Processing:Moabit“, zu der das Künstlerpaar Elisa Duca und Robin Detje in die Galerie Nord | Kunstverein Tiergarten eingeladen wurde, beginnt am 3. Mai mit einer Eröffnungsperformance. Die Künstler*innen besetzen den teils noch leeren Galerieraum vor den Augen der Besucher*innen mit Objekten und entwickeln die Installation als lebendigen Organismus über die gesamte Ausstellungsdauer ständig weiter.
Seit Wochen flanieren sie schon durch den Bezirk Moabit und sammeln Objekte, persönliche Begegnungen und Geschichten, die Bestandteile der Installation werden können. Die Galerie Nord öffnet ihre Räume für einen unkalkulierbaren performativen Prozess, dessen Weg und Gestalt im Werden entsteht. Es wird keinen finalen Zustand der Installation geben, sondern nur das Ende eines Ausstellungszeitraums.

Kuratorische Begleitung: Isabelle Meiffert und Veronika Witte

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Elisa Duca und Robin Detje
Processing:Moabit

Nichts bleibt, wie es ist. Kein Ding bleibt an seinem Ort. Kein Mensch bleibt an seinem Ort. Es gibt keinen Stillstand, es gibt keine Reinheit. Und es gibt keine Grenzen. Wenn ich meine Hand auf die Tischplatte lege, gehen ein paar Atome meiner Haut in die Tischplatte über und ein paar Atome der Tischplatte in meine Haut. Dass ich nicht zu Holz werde und die Tischplatte nicht zum Menschen, ist vielleicht eher Zufall.
Unsere performative Installation hebelt diese Normalität aus. In Moabit gesammelte Dinge, unterfüttert von in Moabit gehörten Geschichten, werden neu gemischt. Nach neuen Regeln, die sich täglich ändern können. Eine Welt des Wahns, vielleicht. Entgrenzung, Regellosigkeit, Unsinn. Sinnentleerung, Sinnumschichtung. Produktion von neuem Sinn durch Unsinn. Eine Gegenwelt entsteht, immer noch Spiegel des Moabiter Alltags, aber unbewohnbar. Es sei denn, man findet andere Kriterien, andere Methoden, sich dort einzuleben und diese Welt zu nutzen.
Die Objekte, aus denen unsere Installation besteht, kommen aus vielen verschiedenen Welten, die alle nebeneinander existieren. Die Menschen, die sie benutzen, sprechen verschiedene Sprachen. Wir mischen ihre Dinge. Wichtig ist für uns dabei der Begriff der „Kreolisierung“. Er bezeichnet eine „fröhliche Praktik der Verpflanzung“, die Widersprüche und Gegensätze positiv besetzt.
Wir arbeiten an einer Ästhetik des Neben­einanders, an Demokratisierung in einem Parlament der Dinge und der Lebewesen. Es gibt kein Anthropozän. Es gibt eine Gemeinschaft aus Mineralien, Gasen, Bakterien, Pilzen und Viren, aus Putz­eimern, Mandarinen, Strumpfhosen, Abwaschschwämmen, Abschleppseilen, Blumenkohl, die uns Menschen aufnimmt, unabhängig von unserer kulturellen Herkunft und ohne uns zu bewerten.

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Begleitende Veranstaltungen:

Di 7.5., 17 Uhr
Sa 11.5., 13 Uhr
Mi 22.5., 18 Uhr

Performative Intervention
mit Elisa Duca und Robin Detje

Weitere Inter­­ventionen finden unangekündigt statt.

Sa 18.5., 16 Uhr
Künstlergespräch
mit Isabelle Meiffert

Sa 25.5., 16 Uhr
Mädchenchor „Levetzowgirls“
Ein Chor geflüchteter Mädchen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak übernimmt die Installation.

So 26.5., 8 – 18 Uhr
Demokratieperformance
Die Installation wird zum Wahllokal für die Europawahl.

Fr 31.5., 19 Uhr
Finissage
mit performativer Intervention



Mit freundlicher Unter­stützung der bezirklichen Förderfonds der Senats­verwaltung Kultur und Europa und des Bezirkskulturfonds






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