dark, liquid.

Vom Wissen und Nicht-Wissen über das Meer

08.12.2017 - 13.01.2018

Angela Glajcar, Rona Lee, Reiner Maria Matysik, Jenny Michel, Gregor Peschko, Roger Wardin

 

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Angela Glajcar

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Roger Wardin

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Reiner Maria Matysik

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Rona Lee

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Jenny Michel

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Gregor Peschko

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Eröffnung: Freitag, 8. Dezember, 19 Uhr

Die Ausstellung „dark, liquid“ versam­melt künstlerische Positionen und wissenschaftliche Exponate, um sie nach ihrem Wissen über ein Objekt zu befragen, das so vielschichtig wie unbeständig Maßstäbe sprengt und Kategorien übersteigt und dabei so hochgradig geläufig zu sein scheint, wie es nachhaltig zu faszinieren vermag: das Meer.

Die Ausstellung interessiert sich für die Wissensformen, mit denen zeitgenössische Kunst und Forschung operieren, wenn sie auf diesen einzig medial ermessbaren Raum treffen. Fokussiert werden die Korrespondenzen, die sich auftun, wenn etwa zeitgenössische Skulpturen auf Aufzeichnungssysteme der Tiefseeforschung treffen oder wissenschaftliche Präparate auf Soundinstallationen. Unter welchen Bedingungen produziert eine Videoarbeit Wissen über das Meer und welche Ästhetiken bedient andererseits das ozeanographische Forschungs­instrumentarium? Oder was kann auf Leinwand gebannte Farbe von der kontinuierlichen Bewegung des Ozeanischen wissen? Zur Debatte steht nicht zuletzt, auf welche Weise jedes Wissen über das Meer notwendig von spezifischen Praktiken, Medien und Objekten bestimmt wird und inwieweit das Meer wiederum die Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft sowie zwischen faktischem und fiktivem Wissen verflüssigt und neu auszuhandeln vermag.

Die Gemälde von Roger Wardin jedenfalls wissen sehr viel über das Meer. Auf seinen Leinwänden erkundet der Berliner Künstler die Materialitäten und physikalischen Prozesse ozeanischer Räume und erhebt deren Kontingenz zur malerischen Praxis. Reiner Maria Matysiks Biofakte, Modelle von Lebewesen zwischen Natur und Kultur, lassen Tiefseekreaturen anklingen, deren Lebensweisen im populären wie im biologischen Wissen die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion aufweichen. Organisch wuchernd präsentiert sich auch die Soundinstallation von Jenny Michel, die ausgehend von technischen und biologischen Zeichnungen die Galerieräume samt ausge­stelltem Forschungsequipment akustisch auslotet. In seiner Videoarbeit nimmt Gregor Peschko zeitgenössische Kunst und deren Präsentation an der Schnittstelle zwischen Oberfläche und Tiefe in den Blick. Tiefe spielt neben Transparenz auch in Angela Glajcars geschichteten Papierarbeiten eine herausragende Rolle. In Zusammenschau mit geologischen Präparaten eröffnen sie zudem Perspektiven auf Formen kartographischer Visualisierung und Zeitlichkeit. Die Videos und Skulpturen der englischen Künstlerin Rona Lee wiederum entstanden in direktem Austausch mit Ozeanograph*innen sowie der Lektüre feministischer Theorie. Sie verschränken den „negativen“ Raum unterhalb der Meeresoberfläche sensorisch mit dem Unterbewussten und verleihen dem Nicht-Wissbaren positive Formen.

kuratiert von Julia Heunemann


Mit freundlicher Unterstützung der Northumbria University für Rona Lees Teilnahme an der Ausstellung sowie der bezirklichen Förderfonds der Senatsverwaltung Kultur und Europa

Dank an: GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, hier besonders Gerd Hoffmann-Wieck, und an Tracey Williams von Lego Lost At Sea










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